Spannende Bücher, spannende Gespräche
speaker-0: Und das Problem ist, dass sich so wenig tut, Frauen aber so erschöpft sind. Und ich glaube, wir brauchen jetzt ganz viel Wut, damit wir auf den Tisch hauen und sagen, so geht's nicht weiter. So für mich sind Stück weit halte ich es aus, wenn es mal nicht so schön ist, wie ich es für richtig halte. Ich liebe Blumen, aber es kostet mich viel Zeit. Und die hat mein Mann zum Beispiel, dann Sport zu machen. Und das mache ich nicht mehr mit. Und auch eine Freundin, die sagt, genau am Wochenende geht ihr mal ein Rennrad fahren, weil der hat immer so einen Stress unter der Woche. ich denke mir so, du Mädel, du... Besteh' ich mit dem Stress.
speaker-0: Book Deluxe. Der Büchertalk. Mit Bärbel Schäfer.
speaker-1: So, herzlich willkommen bei Bookdeluxe. Wir sind da mit einer neuen Ausgabe, Leute. Und heute spielt der Stinkefinger eine richtig große Rolle, weil Laura Fröhlich hat gesagt, es ist gut, wenn wir diesen Mittelfinger einfach mal zeigen. Ich bin nicht eure Feel-Good-Managerin. Auf dem Cover ist es auch drauf. Dieser Finger zeugt von Wut. Warum brauchen wir Wut?
speaker-0: Also wir Frauen brauchen ganz schön viel Wut. Equi-Care, sage ich nur. Also Fürsorgearbeit ist noch längst nicht gerecht aufgeteilt und das Problem ist, dass sich so wenig tut, Frauen aber so erschöpft sind und ich glaube, wir brauchen jetzt ganz viel Wut, damit wir auf den Tisch schauen und sagen, so geht es nicht weiter.
speaker-1: Aber das sagst du ja jetzt schon sehr lange als Mental-Load-Expertin. Du postest, du schreibst, du gibst Interviews, bist du selber auch erschöpft?
speaker-0: Ja, durchaus. Also ich merke es auch an mir immer wieder, da kommt man als Frau aus den Strukturen nur schlecht raus. Ich habe schon einige Werkzeuge, was ich dann tue. Aber ich habe auch echt einen Schmerz mit den vielen müden und erschöpften Frauen mich herum und bin natürlich auch ein Stück weit frustriert, dass wir immer noch darüber reden müssen. Und ich glaube, so schnell wird es nicht aufhören.
speaker-1: Und reden die Frauen mit dir, weil sie wissen, du hast da offene Ohren und kennst das Thema, weil viele, ich sag das jetzt mal so, leiden ja so still vor sich hin und schaffen jeden Tag alles und geben sich dabei selber ein bisschen auf und vergessen sich ja auch ein bisschen Raum für sich tatsächlich zu nehmen.
speaker-0: Ja, ich spreche sowohl beruflich viel mit Frauen bei Vorträgen. Viele kommen danach zu mir und sagen, ich habe jetzt endlich ein Wort dafür oder was auch bitter ist, manchmal sagen Frauen, ich habe ja alles falsch gemacht und das stimmt ja auch gar nicht. Sie konnten oft gar nicht anders. Ich habe es aber auch im Freundeskreis, dass viele meiner Freundinnen, Frauen in meinem Umfeld, so um die 40, gerade wirklich extrem erschöpft sind für Sorgearbeit, auch in Richtung Eltern, viel Gutmanagerin für alle. Ja, und das ist schon echt hart.
speaker-1: Jetzt versprich dein Nachname und du hast es in deinem Buch ja auch angeschrieben, dass auch du immer fröhlich den Raum betrittst, nett bist und man denkt, die heißt Laura fröhlich, ist dir auch immer gut drauf. Das kann ich mir auch ganz schön anstrengend vorstellen. Und den Hang, nett zu sein, gefallen zu wollen, das ist ja das Thema, auf das wir gleich noch genauer einsteigen. Ist das ein Thema, wo du dich selber auch immer wieder bei ertappst?
speaker-0: So habe ich das Buch auch geschrieben, dass sich Frauen identifizieren können und jetzt weniger von mir gesagt bekommen, was sie unterlassen oder tun sollen. Das liegt mir überhaupt nicht. Aber ich bin genau diese ...
speaker-1: Wo du Tipps mit einbaust. Also du hast ja kleine Fenster, in denen du noch mal sagst, guck da noch mal hin, vielleicht versuchst du das mal.
speaker-0: Genau, also ich glaube, so eine Art Identifikationsfigur und dann auch meinen Mut zur Veränderung brauchen wir schon, sonst fühlen wir uns total passiv, aber ich bin schon genau diese People Pleaserin und ich konnte das auch besser verändern, als es mir klar wurde, weiblich sozialisiert, sei wie ein Feischchen im Hose und wie gesagt, ganz genau, das hat mir meine Oma immer gesagt.
speaker-1: Das ist wie die Rose.
speaker-1: Auch meine Uroma war das in diesem Fall. Kraut uns für Auseinandersetzungen oder haben wir es einfach nicht gelernt?
speaker-0: Ich glaube, dass Auseinandersetzung für Frauen oft schambesetzt ist. Ich merke das selbst, wenn ich mal auf den Tisch haue, dann werde ich manchmal auch von meiner Familie so als hysterisch oder aggressiv stigmatisiert. Das will ich ja nicht sein, aber ich merke, wenn ich sage, Leute, so geht es nicht weiter, ich möchte das nicht, dann wird mir als Frau das krumm genommen. Glaube ich wesentlich mehr als Männer und darum denken viele Frauen und ich kenne das Gefühl auch, ich schäme mich dann und dann bin ich doch wieder nett und lache und bin freundlich.
speaker-1: Weil man denkt, man kommt damit weiter, aber letztendlich ist es ja eine Sackgasse. Und wie du eben schon gesagt hast, viele sind alleine damit und wir haben unterschiedliche Themen. Wir Mental-Load, du hast es eben schon genannt, die People-Pleaserin, also gefallen zu wollen, gemocht zu werden, anzukommen und den Raum zu verlassen und alle sagen, die Lauber, die ist aber nett. Care-Arbeit und eben auch noch Gefühlsmanagerin. Das ist ja sehr viel, was man dann alleine trägt.
speaker-0: Ja, und Gott sei Dank gibt es diese Wörter. Man denkt vielleicht, was sollen diese ganzen modernen Wörter, aber wir haben was, was wir jetzt bezeichnen und benennen können. Zum Beispiel die Gefühlsmanagerin. Das kennen auch viele Töchter, erwachsene Töchter.
speaker-1: Da freue ich mich schon drauf, wenn wir da gleich drüber sind.
speaker-0: Genau, also von allen Seiten und ich glaube, dass wenn uns Frauen nochmal klar wird, wie viel wir eigentlich machen, dann wird uns auch schnell klar, warum wir oft zu erschöpft sind. Aber man muss es erstmal verstehen, weil wir ja einfach handeln im Automatikmodus.
speaker-1: und im Engmaschigen und im Modus, dass wir kaum Lücken lassen und uns auch keine Auszeit nennen. Wie würdest du denn die Vielgutmanagerin übersetzen? Macht das mal fest an deinem Leben oder an dem, was du eben hörst von so vielen Freundinnen oder eben Frauen, mit denen du beruflich im Austausch bist?
speaker-0: Also die Feel-Good-Managerin sorgt für gute Gefühle bei allem. Die dekoriert, die macht die Wohnung schön, die sorgt in der Verwandtschaft Ach, die Schönmacherin. Die Schönmacherin, genau, die kennen wir auch.
speaker-1: Geburtstag, so geil! Mach, dass du denkst, ich bin die schlechte Mutter. Die tobt sich da aus, aber die hat auch ein Problem.
speaker-0: Genau, die macht es auch gar nicht mal so mit böse Absicht, sondern die kommt auch in so einen Strudel rein. Aber wie gesagt, dann ist es eben auch oft diese Verwandtschaft, die man managt. Also wenn es jemandem nicht gut geht oder den WhatsApp-Chat ständig befüllen, Familienfeiern organisieren, gutes Gefühl auch beruflich. Ja, ich merke, hier ist vielleicht die Stimmung schlecht, ich komme mal hier mit guter Laune rein oder ich mache es mal wieder gemütlich, kümmere mich die Kollegin, die fix und alle ist. Und auch so ein Stück weit hin zu Männern diese Gesprächsmoderatorin. Das ist mir an mir selbst aufgefallen, dass ich gerade in Gesprächen mit Männern immer versuche, so das Gespräch anzuleiten, Fragen zu stellen und Interesse zu zeigen und bitte nicht zu viel Raum einzunehmen. Und da habe ich selber gemerkt, ey, was für eine Rolle ich da einnehme. Und jetzt weiß ich, dass ich auch mal sage, Moment mal, ich bin nicht nur die Fragestellerin, sondern mein Leben ist auch spannend.
speaker-1: Ganz genau, das ist eben, wenn man den ganzen Zeit so einen Tisch her hatte, hatte ich neulich auch, letzte Woche. Ich fahre nach Hause und sage zu meinem Mann, der hat mir nicht eine einzige Frage gestellt. Ich habe wirklich vier Stunden gearbeitet, aber ich war so erschöpft hinterher und uns beiden fällt es ja noch leicht zu kommunizieren und sind einfach Rennpferde in diesem, wir sind total im Training. Aber du erzählst von dir, ich erlebe es auch. Also es betrifft dich, es betrifft mich, also sind wir viele.
speaker-0: Also ich würde sagen, alle Frauen kennen Aspekte von diesem Thema und gerade dieses Gespräch mit Männern, du hast es jetzt auch erzählt, ich habe bisher noch keine Frau getroffen, die nicht sofort nickt und sagt, das kenne ich. Und es ist so spannend zu verstehen, dass es Strukturen sind, weil es auch Last von uns nimmt. Nicht wir ticken nicht richtig oder wir machen zu viel oder lassen uns stressen, sondern es sind Strukturen die Schuld.
speaker-1: Drei Stunden hab ich dann gesagt, jetzt bist du auch mal dran. Ich hab dann den Spieß und das nach drei Stunden. Drei Stunden. Ja, da war ich zweimal auf dem Klo, hab nur beim Essen geschwiegen. Aber ich hab's eigentlich nicht ausgehalten zu sitzen. Mein Beruf ist ja Kommunikation, dass jeder denkt, ah, die unterhält sich jetzt nicht mit dem. Völlig bescheuert. Wir denken dann, was andere denken. Aber wir halten fest, und das fand ich einen so wichtigen Schlüsselsatz in deinem aktuellen Buch, Gefühle sind Arbeit. Wie fühlt sich die Schwiegermutter? wenn ich ihr geschenkt nicht mag. Wie fühlt sich der Junge, wenn er durch die Prüfung gefallen ist und ich muss ihn dann doch wieder trösten? Wie fühlen sich die Freunde am Abend, wenn du einen politisch aktiven Mann hast und du willst einfach nur einen netten Abend haben? Also es ist Arbeit.
speaker-0: Ja und es kostet richtig viel Energie. ich muss sagen, oder? Ja, also es macht Spaß teilweise, weil jetzt manchmal Leute sagen, ich mache das aber doch auch gerne. Absolut. Also es ist ja auch schön mit Menschen in Kontakt zu sein. Aber gerade Frauen haben oft das Gefühl, ich kann nicht nein sagen, weil es Arbeit macht, kostet es mich Energie und ich kann mich da nicht rausziehen.
speaker-1: so Augen öffnen.
speaker-1: Leib denn auf der Strecke, wenn wir uns nicht kümmern, wenn wir uns rausziehen. Wenn du sagst, nee, mache ich jetzt nicht, dass bei diesem Kaffee trinken mit der Familie alle gut drauf sind.
speaker-0: Also manchmal kommt da dieses, wie schon erwähnte Schamgefühl und schlechte Gewissen. Dass wir dann hinterher so viel grübeln, hätte ich nicht doch. Und was denkt die jetzt von mir? Und wir kennen das ja auch. Die Schwiegermutter sagt ja nicht nachher, Mensch, mein Sohn schickt mir nie Bilder, sondern, diese Schwiegertochter, früher hat sie das immer gemacht. Was ist mit der los? also sozusagen die Blöde sind wir Frauen, wir kennen das. Und das, wenn ich sage, ich mache da nicht mehr mit, was ganz, ganz wichtig ist. Das beschreibe ich, aber im Buch ist es manchmal nicht so leicht, weil dann kommt schon irgendjemand mit einem blöden Spruch und dann heißt es wirklich Zähne zusammenbeißen und nochmal sagen, ich halte das jetzt ein Stück weit aus. Das muss man üben.
speaker-1: Das muss man aber üben. Das muss man richtig üben. Genau. Und wenn man dann dem Sohn, der dann ja dein Mann oder dein Freund oder dein Partner ist, dann sagt, schick du nochmal den Schwiegermama was. Die können sich ja rausziehen. Uns geht das dann ja, wir verarbeiten ja nochmal, während wir die Spülmaschine einräumen und den Tisch abräumen nach einem Kaffee trinken mit der Familie, nochmal die ganzen Gefühle. Ja. Das ist wirklich erschöpfend. für mich war das augenöffnend, das nochmal so zu sagen. Übernehmen wir Frauen dann mehr als die Männer?
speaker-0: Ja, das würde ich schon sagen. Das ist natürlich individuell unterschiedlich. Ich hab einen Cousin, der sich ganz führend alles sorgt und...
speaker-1: und trocknet auch Tränen und all die Dinge?
speaker-0: Also Männer sind davon nicht ausgeschlossen, aber es machen vor allem Frauen wie bei Fürsorgearbeit, wie bei Mental Load. Also auch in heterosexuellen Partnerschaften zeigen Studien, dass Frauen die sind, die gute Zuhörerinnen, die private Psychiaterinnen sind, oder sich das Gesundheitsmanagement des Mannes kümmern. Ja und tatsächlich durch die Sozialisation können wir das auch gut. Also wir binden ja schon Mädchen früh ein. Und wir werden weniger ermutigt, den Wettbewerb zu gehen, Streite auszufechten.
speaker-1: gilt auch noch für die jüngeren Generationen jetzt. Das ist doch erschreckend. Wenn ich jetzt sage, meiner Generation, der Generation nach mir, ist es vielleicht noch so gewesen. Aber wir sprechen ja eben auch von jüngeren Generationen.
speaker-0: Ja, und ich aber...
speaker-0: Ja, weil wir natürlich jetzt so, ich sag, sprech auch mal von mir, so hochfunktional alle Gefühle im Blick haben und meine Tochter sieht mich da natürlich dabei und deshalb geben wir das ein Stück weit auf von Generation zu Generation ganz unbeabsichtigt weiter und darum ist dieser Stinkefinger, dieses Buch auch so wichtig, weil es manchmal für Frauen schwer ist zu sagen, ich tu's für mich, aber wenn wir sagen, wir müssen, und da sag ich jetzt mal bewusst, müssen wirklich auch für die nächste Generation Jens mal so einen Stock in den Wagen schieben, weil Die sind schon wieder durch Social Media in dieser Kümmerolle drin. sehen die Bilder von dekorierten Wohnungen, von behütet, äh äh treuten Kindern, von...
speaker-1: müssen wir auf die manipulativen Momente, die wir jetzt selber, wenn du einen nennst, macht man innerlich so check, check, check, ja, kenn ich auch, kenn ich auch, kennt die Freundin auch, kennt meine Cousine auch. Also müssen wir ja in unserem eigenen Alltag diese manipulativen Momente dann auch erkennen, den Stock dann in die Speichen zu werfen.
speaker-0: Das ist genau der Punkt, weil mir ging es so wie vielen Frauen, ich habe den gar nicht erkannt. Es fehlten Blumen auf dem Tisch, ich habe welche eingekauft und jetzt merke ich, mal, zwar interessieren die anderen sich nicht viel für Blumen, aber das hat ja alles schon, Schönmachen hat ja einen Einfluss, ist es gemütlich. Und jetzt sage ich, Moment mal, ich möchte dafür nicht zuständig sein und ich traue mich immer mal auch Chaos zuzulassen. Fällt mir schon. Ja, aber ich will hier wieder nicht einen neuen Druck machen. Ich sage es mal bewusst, es ist mir egal, die Katzen haben die Blumen zerstört, es gibt hier nichts Schönes auf dem Tisch, es gab dieses Jahr auch mal weniger Weihnachtsdeko. Ich fand es nicht so zauberhaft, aber ich dachte, jetzt muss ich mal was verändern, sonst bin ich wieder weiter die Deko-Queen und dann übernimmt meine Tochter den Job und dann ihre Tochter und so weiter.
speaker-1: Also haben wir es auch mit einem generativen Thema zu tun. Aber gleichzeitig könnte man ja auch etwas Positives sagen, könnte sagen, hey, das ist doch auch cool, dass wir Gefühle spüren. Könnte man ja auch als super Kraft nutzen.
speaker-0: Absolut, es ist eine super Kraft und darum ist jetzt auch nicht sagen wir mal die grundlegende Lösung, dass wir Frauen sagen, emotionale Arbeit lassen wir komplett liegen, sondern wir brauchen eher eine Sozialisation bei den Jungs und Männern hin zu Emotionen sind wichtig, Gefühlsarbeit ist wichtig und da ist für Männer auch wichtig, dass die sich selbst spüren dürfen. Und Männer werden ihr Emotion abgesprochen, das ist die Kehrseite der Medaille. Manchmal fällt es ihnen schwer, Emotionsarbeit zu leisten und dann fehlt ihnen oft auch die Bindung zu den Eltern, zu den eigenen Kindern. spüren sich selbst manchmal
speaker-1: Wenn du schon deine eigenen Eltern dann nimmst du doch die ganze Bagage und die ganze Spur mit von ihm und kümmerst dich auch noch Schwiegervater, die Großeltern. Also wir sind da doch in einem absoluten Dilemma, eigene Bedürfnisse zu erkennen und die der anderen vielleicht ein bisschen zurückzudrängen oder auch mal liegen zu lassen oder zu sagen, das geht mich jetzt nichts an.
speaker-0: Ja und das Buch setzt schon auch da an, dass wir unbedingt Empathie mit uns selbst brauchen, was ja unserem Feicheln im Mose sehr entgegensteht. Das heißt, da ist die harte Arbeit zu tun. Wie kann ich mich mal in erste Stelle rücken? Denn viele Frauen merken ja, ich sorge mich in allen Ecken. Und ich bin immer erschöpfter und mein Burnout, Erschöpfungsdepression bei Frauen, ein Riesenthema, ist natürlich auch für das Ganze Funktionieren ganz schwierig. Also was kann ich für mich verändern, wenn die anderen, ich möchte jetzt mal nicht nur immer die Männer benennen, aber wenn die anderen sich nicht bewegen, dann habe ich das größte Mittel, das größte Veränderungspotenzial, so schwer es ist, bin dann immer ich und darum Verantwortungslücken stehen lassen in dem Maße, wie es mir gelingt.
speaker-1: Was hast mit dem umgekippten Blumenstrauß getan dann? Oder den Blumentopf, wo die Katzen rumgekratzt haben? Hast du einfach liegen lassen?
speaker-0: Also ich sag mal so, ich hab ihn jetzt einfach draußen auf die Terrasse gestellt und es gibt aktuell keine Blumen und ich werd jetzt mal versuchen, ob ich diese persönliche Challenge durchhalte und es bei uns im Frühjahr erstmal keine Blumen gibt. Das ist auch für mich so Stück weit halte ich es aus, wenn es mal nicht so schön ist, wie ich es für richtig halte. Ich liebe Blumen, aber es kostet mich viel Zeit und die hat mein Mann zum Beispiel, dann Sport zu machen und das mach ich nicht mehr mit.
speaker-1: Okay, also das heißt, man muss es aushalten. Klar, was du gerade gesagt hast, und die Frage ist ja, wer ersetzt uns, wenn wir nicht die People-Pleaserin sind, die dafür sorgt, dass alles schön dekorativ ist und der Turpenstrauß da auf dem Tisch steht, wenn der Fooling jetzt kommt. Dann hast du ja nochmal eine zusätzliche Challenge zu deiner sowieso schon starken Herausforderung zu sagen, ich muss es jetzt für mich aushalten. Hat es dann trotzdem einen Mehrwert, weil es muss ja eigentlich ein Veränderungsprozess einsetzen.
speaker-0: Also ich denke an meine vorigen Bücher, insbesondere Familie als Team. Eltern dürfen gemeinsam die ganze Fürsorgearbeit übernehmen. Und ich sage mal so, es war jetzt kein Spiegel-Bestseller. Und ich habe auch viele Männer in meinen Vorträgen sitzen, aber es sind über 80 Prozent Frauen. Also dieses Einbinden und mit Theorie überzeugen auf eine niedrigschwellige, freundliche Art und Weise, die klappt. nicht und das leiden, darunter leiden auch viele Frauen, die sagen ich versuche jetzt mit deinen tollen Tipps Küchenmeeting und Co. hier alle an den Tisch zu bringen und es klappt so richtig nicht. Also was ist denn jetzt der nächste Schritt und deshalb braucht es nochmal dieses ich mache jetzt für mich irgendwo den Stinkefinger kurbel ich hoch ob das jetzt
speaker-1: ist mir unangenehm, zu zeigen. Es ist unangenehm zu sagen, wir brauchen jetzt hier ein Familienmeeting, wir setzen uns an Tisch. Das ist ja auch noch mal ein Kraftmarkt. Und dann hast du da drei bis acht Personen sitzen, die vielleicht auch bockig sind. Und immer, immer, immer muss es von uns ausgehen.
speaker-0: Und ist super frustrierend. Und ich glaube, ganz wichtig ist für uns Frauen zu sagen, ich schütze meine Grenzen, choose your battle. Also überleg, wo kämpfe ich? Kämpfe ich fürs Küchenmeeting oder sage ich, wisst ihr was, ihr könnt mich mal? Oder kämpfe ich dafür, dass ich für mich ein bisschen mehr Raum finde? Also kämpfe ich meinen Blumenfight, ja, ich lasse die Blumen mal stehen? Oder keine Frau muss irgendwas? Reicht es erstmal, dass ich wahrnehme, was ich alles leiste und arbeite. Und für manche Frauen ist der wichtigste Schritt, das mal so zu realisieren und zu sagen, ich mache super viel, verändern kann ich gerade nichts, ich schäme mich sonst sofort oder ich habe keine Kraft, aber ich sehe, was ich alles leiste und auch das kann manchmal ja wirklich proaktiver Akt sein, dass ich mir selbst auf die Schulter klingle.
speaker-1: dass wir vielleicht untereinander als Frauen in unserem Netzwerk von Freundinnen auch sagen, das ist toll, was du alles schaffst und dass du das so schaffst. Was ist denn der Unterschied zwischen Mental Load und Emotional, emotionaler Rucksack Load?
speaker-0: Also bei Mental Load geht es wirklich die Organisation, also dieses ganze Zartbastrag.
speaker-1: Genau.
speaker-0: Lippenstift ist auch sehr gut revolutionär, roter Lippenstift, aber genau, es geht die Alltagsorganisation Projektmanagement zu Hause. Und jetzt dieses Wort Emotional Load oder Gefühlsarbeit, die zur Last wird, bezeichnet nochmal diese Gefühlsarbeit, die wir machen, indem wir uns in andere hineinversetzen. Also es kennen auch alle Eltern. Ich überlege mir, mein Teenie-Sohn oder mein älterer Sohn, der jetzt gerade struggelt mit der Ausbildung, was braucht der gerade? Was braucht die Schwiegermutter? Wie kriege ich unsere Partnerschaft mal wieder? Bei mir nicht, aber ich dachte jetzt mal so, bei mir noch nicht. diese Pubertätsgeschichten sind schon so, dass wenn man es einfach laufen lässt,
speaker-1: auch schon in der Ausbildung.
speaker-0: dann sind die Kinder da manchmal oft sehr einsam. Also muss ich doch proaktiv mal reinhören, ey was ist denn los, erzähl mal. Und wenn wir das nicht machen und keine emotionale Arbeit leisten, dann sind manche Kinder auch charakterabhängig, aber auch natürlich sehr alleingelassen. Und da haben wir auch einen Gender Gap, also einen Unterschied zwischen Männern und Frauen, dass vor allem Frauen sich wieder so dieses erzieherische Bemühen, Unterstützung leisten, nachfragen, Gespräche suchen.
speaker-1: bleiben wollen, im Kontakt bleiben wollen. Aber wie geht denn so ein Aufstieg zu einer People-pleaserin, die sehr viel emotional load dann bei sich hat? Also wir haben vorhin dieses Daughtering, also Töchter sein. Töchtern würde man das vielleicht übersetzen. Was sind Beispiele für diesen, ich nenne es Aufstieg natürlich in Anführungsstrichen, eigentlich wollen wir es ja abschaffen. Aber Kinder beobachten uns, Kinder lernen aus dem Elternhaus, lernen auch von Schule und Freundeskreis und Vereinen. Aber Was geben wir weiter an Töchter und an Söhne? Wo müssen wir aufpassen gerade bei den Mädchen?
speaker-0: Also wir gucken schon an die kleinen Mädchen an in der Kita, ja, also da ist ein neues Mädchen und dann kommen wir, wir in die Puppen-Ecke und schauen, was da zu tun gibt, ja. Warum nehmen wir die Mädchen nicht mal in die Werkzeug-Ecke? Ja, und dann auch gerade in Schulen heißt es dann manchmal, wir setzen mal die Anna und die Lisa zu Noah und Wolfgang und die wirken dann beruhigend auf die beiden Eien, ja. Also wir frameen die Kinder und das ist auch für Jungs oft schlecht. Also die sind die chaotischen, die haben es irgendwie nicht im Griff, die raufen halt, weil sie Jungs sind. Und bei Mädchen ist Gegenteil. Und da würde ich auch gerne reingehen in diese Stereotype und gerade bei uns auch in Deutschland entgegenwirken. Mädchen dürfen laut sein, die dürfen in den Wettbewerb, die dürfen wütend sein. Und Jungs dürfen sich mit ihren Emotionen beschäftigen, die dürfen in der Puppenecke spielen. Wir haben es heute noch so, dass Jungs auch dafür beschämt werden. Junge Männer werden beschämt, wenn sie einen fürsorglichen Beruf ergreifen wollen. Väter, die lange in Elternzeiten gehen, werden beschämt.
speaker-1: Und wir haben 26. Also wann fängt das denn endlich an? da braucht man ja nicht nur mehr einen Stinkefinger, man braucht ja fast schon eine Faust. Man will sich eigentlich nicht dazu herablassen, aber will rütteln. Und das bleibt ja nicht nur im privaten Rahmen. Also dass dann die Tochter sich auch wieder später die Schwiegermutter kümmert, wenn sie sieht, dass die Mutter schon die Care-Arbeit gemacht hat und die Geschenke besorgt und die Einladung und dafür guckt, dass die Freunde auch alle zusammenkommen und man immer an einen Termin erinnert. Es geht ja auch in den beruflichen Bereich. Also es hat ja auch gesellschaftliche und damit gesellschaftspolitische Gründe. Denn du zeigst es ja auf. wir haben die Kümmerin, die Männerversteherin, die Schönmacherin, Superdeko, aber eben auch die Kümmerin unter den Kollegen, die dann doch immer freitags den Kuchen mitbringt und dann sagt, ach, lass uns doch mal ein gemeinsames Frühstück machen, die noch mehr Arbeit übernimmt. Es geht, es verlässt auch den privaten Raum. Wir nehmen es mit in den Job.
speaker-0: Genau und es kostet Zeit. Das ist die Zeitsteuer, die Frauen bezahlen. Genau, die pinke Zeitsteuer. Die pinke Zeitsteuer. Also im beruflichen Kontext werden Frauen, es zeigen Studien, öfters unterbrochen. Würdest du mal nicht Geschenke besorgen für den Kollegen, der bald Geburtstag hat, ja? Oder wir...
speaker-1: Lass uns mal drüber reden.
speaker-1: Das geht so.
speaker-0: Das Geld einsammeln oder wir werden auch privat unterbrochen. Ja, die Schule oder das Pflegeheim ruft an, wo gerade meine kranke Mutter ist. Das heißt, Frauen werden unterbrochen. Frauen werden eher eingespannt für diese fürsorgliche, weiche Arbeit. Wir erwarten das auch von Frauen und es ist ganz interessant, wenn wir sehen, eine Frau lehnt so was ab. nicht mit mir, ich hab so viel zu tun, dann werden Menschen diese Frau als nicht sozial, nicht teamfähig. Macht der Mann das Gleiche, dann heißt nachher, der ist konsequent, den schlagen wir mal für den Führungskräfte-Posten vor. Also wir messen mit diesen zwei Maßstäben und Frauen haben oft auch so gelernt, sich zu identifizieren mit der Kümmerolle, dass wir ja schon manchmal denken, dieses Kuchen-Muffins-Backen, lass es doch einfach. Aber tatsächlich... KAUF DIR KAUF DIR DOCH! Oder... oder... oder bringen... bringen... was weiß ich was... Weißt du was...
speaker-1: Nicht total, Triggert, du bist eingeladen. Wer denkt immer daran, irgendwas mitzubringen? Neulich hab ich's eben so, wie du mit deinen Blumen drauf ankommen lassen und frag meinen Mann, hast du was mitgebracht? Wir sind schon vor der Haustür. Nein, wieso? Hab ich gesagt, wir stehen doch jetzt vor der Haustür und sind eingeladen. Er denkt auch oft dran, aber eben nicht immer. Wir haben das immer auf dem Schirm. Das ist schon so wie in ... Man muss schon gar nicht mehr nachdenken. Wir machen es schon.
speaker-0: Ja, aber wahrscheinlich denkst du auch, heiß, sag mal, die Bärbel hat gar nichts mitgebracht. Komisch, ja, also es wird sofort wieder... Also wir denken das so mit uns selbst, wenn es gar nicht stattfindet, ist die Sorge groß und deshalb kostet es auch so viel Kraft, Dinge nicht selbst zu machen. Ja, genau, weil wir schon damit rechnen müssen, dass es uns irgendwie blöd ausgelegt wird und darum ist dieser Frauenzusammenhalt, den du angesprochen hast, auch so wichtig, dass wir Frauen auch gegenseitig sagen, wir denken ja meistens auch... Wir denken ja manchmal selbst patriarchal, ich schreibe meiner Freundin, bringe ihr noch einen Nudelsalat, obwohl ihr Freund auch in meinem Adressbuch ist. Also dass wir auch selbst merken, wehen meiner Freundin, Frauen im Umkreis, spanne ich hier schon wieder ein. So Mikrofeminismus und ich fasse mich da an die eigene Nase. Stimmt. Und wo kann ich auch sagen, jetzt nicht mal, der ist aber ganz schön chaotisch in der letzten Zeit, sondern das einfach gar nicht kommentieren, weil es völlig in Ordnung ist, dass Frauen Chaos haben, sie nicht wollen, weil sie nicht können. Chaos ist normal, aber bei Frauen wird es dann immer sofort als so Magen.
speaker-1: ihren Alltag überhaupt nicht im Griff. Was sind denn pinke Zeitinseln? Da sagst ja, die sollen wir uns so bisschen schaffen. Also während des Wochenendes habe ich einige Freundinnen, wo die Männer sehr viel Zeit in sehr aufwändige Sportarten, ob das jetzt Golf ist, okay das sind nur zwei, aber Triathlon, trainieren für Marathon, Rennrad fahren, tschau Schatz und dann kommen die irgendwie am frühen Nachmittag wieder.
speaker-0: Kennradfahren.
speaker-1: können wir ja nicht so einfach. Wir sagen, tschau, ich bin jetzt weg, ich bin jetzt Rennradfahren. Ohne Ankündigung.
speaker-0: Und ab hier schon wieder oft hatten wir selber ne Mutter, die gesagt hat, lass mal den Papa in Ruhe, der muss sich ausruhen, der kommt von der Arbeit. Also dieses Zeitschützen bei Männern ist uns auch so mit. antrainiert worden und auch eine Freundin, sagt, genau, am Wochenende geht ihr mal ein Rennrad fahren, weil der hat immer so einen Stress unter der Woche. ich denke mir so, du Mädel, du bist die mit dem Stress. Aber du sagst es einfach mal gehen. Mir geht es auch manchmal so. Where's my husband? Ist er einfach weg? Und ich erlaub mir das nie. Und darum dieses Umkehren, wo kann ich mir mal Zeitinseln schaffen? Auch in Absprache mit der Familie, damit sich für die Betroffene einfach leichter anfühlt. ich finde, Frauen dürfen auch einfach genauso gehen, aber das ist manchmal diese Hürde und sich diese Zeitinnens zu schaffen und dann sich verlässlich auch zu nehmen und nicht zu sagen Moment mal, jetzt haben die alle gar kein Mittagessen, dann lass ich das doch mit meiner Schwimmrunde sein, sondern sagen, die kaufen sich selber einen Döner oder die machen selber Essen, also sich da auch so ein Stück weit zu überwinden.
speaker-1: Ja, nennst es ja Gefühlsverantwortung in deinem Buch, ich bin nicht eure Vielgutmanagerin. Es ist ja auch Verantwortung loslassen. Und werden nicht verhungern, die können sich irgendwas selber zu essen kochen oder gehen dann mit Kleinigkeit essen, wie du gerade gesagt hast, ein Döner. Aber zu sagen, ich steige jetzt mal bewusst aus.
speaker-0: Ja,
speaker-0: Genau, das kostet Kraft, weil wir haben ja auch eben diese Identität der Sorgenden und es ist ja auch Kontrolle loslassen. Genau wie du sagst, wenn ich jetzt kein Geschenk besorg für den Kindergeburtstag, was passiert dann? Und dann zu sagen, ich lasse das los, ich lasse das ziehen, ich kümmere mich in der Zeit mich und was da passiert, davon nehme ich mal Abstand, das kann ein Weg sein. Also wichtig ist mir, dass ich mit dem Buch nicht sage, alle Frauen müssen jetzt loslassen.
speaker-1: Und die Kinder werden jetzt keine Geburtstagsgeschenke mehr kopen.
speaker-0: Das ist eine gute Lösung, weil ich finde, ist ein anderes Thema.
speaker-1: Das ist anderes Thema, brauchen wir sowieso nicht in den Kinderzimmern, wo so viel drin ist. Aber es ist, also ich halte fest, es ist eigentlich nicht unsichtbar, es ist hörbar und es ist sichtbar, die Übergabe von Generation zu Generation. Wir haben ein Problem damit, loszulassen in der Verantwortung. Wir haben ein Problem damit, ein Stoppzeichen zu setzen und auch mal wütend zu werden und sagen, guck mal, was ich schon alles mache, jetzt seid ihr mal dran. Also das sind auch die Kollegen, die gute Mutter, die man dann auch sein muss. Alles wird ja von außen beobachtet. Alles kriegt eine Wertung oder kriegt einen Stempel. Und zu sagen, wir lassen mal den eigenen Perfektionismus auch los, kann das etwas sein? Oder wo setzen wir noch an?
speaker-0: Ja, und auch da fange ich wieder bei mir an. Also Perfektionismus ist nicht unser Makel, sondern hoher Druck auf Frauen. Perfektionismus ist die Bewältigungsstrategie, die nur logisch ist. Aber wenn ich merke, ja, ich habe diese Bewältigungsstrategie gewählt, ich bin zum Beispiel auch hoch funktional, also was ich alles am Tag schaffe, Märbel, ich bin mir sicher, du auch. Ich merke aber, Moment mal, wenn ich das aufschreibe, es ist auch viel zu viel. Wo lasse ich mal was weg? Wo kann ich mal die 80 %-Regel anwenden? Also ich mache es nicht zu 100 % perfekt. Genau. Und da für mich so einen Raum schaffen und gucken, wo kann ich mal weniger machen, wo schaffe ich das und wenn ich es nicht schaffe, was setzt mich so unter Druck. Also diesen perfekten
speaker-1: Ich kriege auch so hinterfragen dann, ja? Genau.
speaker-0: Und bitte nicht auch, dass die Frauen jetzt denken, Gott, jetzt ich bin falsch und ich muss was nennen. Das ist mir ganz wichtige Botschaft. Das wird uns so mitgegeben. Und ich ärgere mich manchmal, wenn es dann heißt, Frauen müssen einfach nur irgendwie weniger machen und sich nicht so stressen machen.
speaker-1: Was passiert denn, wenn wir loslassen? Wenn wir es uns wirklich trauen und den Gedanken spürt es ja auch durch. Was passiert, wenn wir loslassen?
speaker-0: Ich bin sicher, dass da eine ganz neue Freiheit kommt für uns und es kann im Kleinen sein, das muss nicht immer der große Wurf sein, aber auf einmal merke ich, ich habe eine halbe Stunde am Tag Zeit und die fülle ich mit etwas, was mir gut tut oder ich mache mal gar nichts. Total vermückt. Ja, aber was auch passiert, wir sind ein gutes Vorbild für Kinder, also auch für die Jungs, aber auch speziell für Mädchen, für junge Frauen. werden uns immer mehr trauen, loszulassen. Weil es ist am Anfang ein angstbesetztes Thema und dann kommt, es ist gar nicht so schlimm, wenn ich mal loslasse. Ich lebe auch damit, wenn keine schönen Blumen auf dem Tisch stehen. Oder das Kindergeburtstagsgeschenk war mir egal und es ist nicht die Welt untergegangen. Und auf einmal bekomme ich mehr Raum für mich und kann den dann auch füllen mit Entspannung, Hobby, beruflich vorankommen, Kunst. Ja, warum haben wir oft so viele Männer in der Kunst? Ja, die malen tolle Bilder, die schreiben tolle Bücher. Das haben die aber alles nur früher auch machen können, weil da immer eine Frau die emotionale und die mentale Arbeit übernommen hat. Also da kann so viel raus wachsen, im ganz großen Gesellschaftlichen, auch politisch, aber auch für die einzelne Frau, im ganz, ganz kleinen. Es muss jetzt nicht immer der Riesenwurf sein und das tolle Gemälde.
speaker-1: Jetzt geht dein Buch auf Reisen, es entdeckt die Öffentlichkeit. Du gehst auf Lesereise, kann man auch alles natürlich auf deinem Account und auf der Homepage sehen. Bei Insta wirst du es natürlich auch nochmal preisgeben. Was wünscht du denn deinem Buch? Man lässt ja immer so bisschen frei. Du hast dich so viel damit beschäftigt. Es ist sowieso das Thema auch deiner Vorträge. Mental load sowieso, emotionale, emotional load auch. Was wünscht du dem Buch?
speaker-0: dass es viele Emotionen freisetzt. Also natürlich auch bei Frauen. Und Frauen werden, mit denen ich arbeite, auch manchmal wütend und sagen, Laura, seitdem ich das weiß, bin ich nur noch wütend. Aber Wut ist Kraft, ja? Und ich merke schon auch das Thema triggert auch Männer. Also auch da dürfen das auch gerne mal Reaktionen sein, jetzt kommt die Laura Fröhlich schon wieder mit so einem Bruch. Ich weiß, gibt ein paar Männer, die schlafen,
speaker-1: Ich nicht mehr!
speaker-0: Das gibt schon wieder Ärger, aber ich bin darüber froh, weil ich auch immer weiß, wenn man einmal darüber weggekommen ist, über dieses, Gott, das ist ja ein schreckliches Thema.
speaker-1: Aber wenn man es einmal sieht, wenn man einmal genau hinguckt, kann man es ja auch nicht mehr nicht sehen. Also dann siehst du ja Emotional Load, genau wie bei Mental Load. Du bist ja auch diejenige, die das platziert und verankert hat. Und wenn du es weißt, dann siehst du es auf einmal überall.
speaker-0: Das ist das, was ich meinte, ich kann manchmal Abende mit Freundinnen so schwer verkraften, weil ich könnte manchmal heulen, wenn die mir erzählen, dies, das, jenes und diese ganze emotionale Arbeit und da bin ich ja auch nicht die, die dann sagt, lass es mal sein, sondern ich verstehe auch, warum sie es machen müssen, wollen und so weiter. Also ich sehe es schon überall und es tut auch gerade im Privaten ganz schön weh, muss ich sagen, aber deshalb muss ich noch mal das Buch schreiben und auch Emotionen vielleicht, erstmal negativ scheinen, bei Männern wecken mit meinen Büchern. weil dadurch entsteht Veränderung. Es kam schon auch der ein oder andere Mann, gesagt hat, ich fand es erst doof, aber mittlerweile finde ich eigentlich Thema Küchenmeeting und sowas ganz gut und es gibt ja auch Männer, die sich als People Pleaser verstehen.
speaker-1: Genau. Sagen wir, es ist noch nicht die Mehrheit, es ist eher eine Minderheit. Es ist dann doch schon, du hast es auch geschrieben, weiblich-freundlich auskommt, Brand, etwas, was hauptsächlich die Frauen betrifft. Das ist das aktuelle Buch von Laura Fröhlich. Unser Gespräch könnt ihr natürlich nachhören, überall da, wo es tolle Podcasts gibt. Und wenn du jetzt momentan auf dein Leben guckst, welchen Titel hätte deine aktuelle Lebenssituation als Buch?
speaker-0: Die Freischwimmerin.
speaker-1: Ich wünsche dir, dass du schwimmst ohne Schwimmflügel, dass das Wasser genau die richtige Temperatur hat. Ich danke dir für deinen Besuch bei Book Deluxe und wir freuen uns, wenn ihr uns liked und weiterempfehlt.
speaker-0: Es war schön.